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Geschrieben von Rainer Irle
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 Aussichtskanzel auf dem Gipfel Die gewaltigen Granittürme, welche sich auf dem Großen Waldsteins erheben und die wilde Romantik dieses felsenstarrenden Gipfels mit seiner großartigen Aussicht und seinen Ruinen überzeugt jeden Wanderer, dass dieser Berg zu den sehenswertesten und lohnenden Zielen des Fichtelgebirges gehört. Hier verschmelzen landschaftliche Reize, entzückende Naturschönheiten, altersgraue historische Bauten bzw. Ruinen und eine grandiose Aussicht zu einer großartigen Einheit, die jeden aufgeschlossenen Menschen in ihren Bann zieht.
Das Waldsteinhaus liegt auf einer Höhe von 835 m. Im Besitz des Fichtelgebirgsvereins wird es das ganze Jahr hindurch vortrefflich bewirtschaftet. Das von Wald und malerischen Felsgruppen umgebene Gebäude besteht aus dem ehemaligem Forsthaus und dem später angebauten Unterkunftshaus des Fichtelgebirgsvereins. Mit 28 Betten, davon sechs in Einzelzimmern, bietet es dem Wanderer und Sommerfrischler gediegene Unterkunft und eine ausgezeichnete Ausgangsbasis für geruhsame Waldspaziergänge und ausgedehnte Wanderungen durch das nördliche Fichtelgebirge. Vor der Ostfront des Hauses sind laden unter schattenspendenden Buchen aufgestellte Tische und Stühle zu behaglicher Rast und wohltuender Entspannung ein.
 Felsformationen am Waldsteinhaus Etwa 50 Meter vom Waldsteinhaus entfernt erhebt sich auf dem westlichen Ende eines gigantischen , den Gipfel von Südwesten nach Nordwesten querenden dreiteiligen Felsenkammes die Ruine der Burg Waldstein, des "Roten Schlosses", die mit ihren immer noch stattlichen Wehrmauern von gewaltigen übereinandergeschichteten Granitblöcken zu uns heruntergrüßt. Wenn wir die äußerste Umfassungsmauer passiert haben, erregt ein mitten in der Vorburg stehendes sonderbares Felsengebilde unsere Aufmerksamkeit. Auf schmalen rundem, sich nach oben verdickenden Sockel ruht eine mächtige ovale Platte, die dem Granitklotz das Aussehen eines Tisches verleiht. Es handelt sich um den sagenumwogenen Teufelstisch, auf dem, wie die Sage erzählt, die vom Feilenhauser aus Weißdorf dorthin verbannten Kobolde, Dämonen und Poltergeister in der Mitternachtsstunde spuken und sich mit einem eisernen Kartenspiel lärmend die Zeit vertreiben. Die Eindrücke dieser Karten sollen noch immer auf der steinernen Tischplatte zu sehen sein. Wir folgen dem links vom Teufelstisch abbiegenden Pfad , steigen einige Granitstufen hinauf und stehen vor den noch rund 10 m hohen Umfassungsmaueren des schiefwinkeligen Torhauses der Hauptburg. Am westlichen Ende des Burghofes erhebt sich eine mächtige Felsenbastion, die über eine hohe Treppe zugänglich gemacht worden ist. Auf dem Weg zur "Schüssel" , der sich durch lichten Buchenwald schlängelt, tut sich zu unserer Linken, bald auch zu unserer Rechten ein urtümliches Felsenchaos auf. Pittoreske, bis zu 20 m hohe zerklüftete Granitfelsen, moos- und farnüberwucherte baumwurzelumkrallte Steinblöcke aller Größen und Formen, umgestürzte und vermodernde Baumstämme rufen immer neues Erstaunen hervor. Bald erhebt sich vor uns der höchste Granitturm des Waldsteingipfels, der Schüsselfelsen (877 m hoch) . Rund 30 m ragt er über seine Umgebung empor und trägt auf seiner Spitze einen Aussichtspavillon.
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